Kloster Dalheim zeigt im kommenden Jahr eine große Benediktiner-Ausstellung
Die Macht des Wortes
Lichtenau-Dalheim (lwl/jon). Ein Jahr vor ihrer Eröffnung wirft eine Sonderausstellung über den Benediktinerorden im Landesmuseum für Klosterkultur in Dalheim ihre Schatten voraus. Ab April 2011 wird in Europas erstem Klostermuseum die Schau „Macht des Wortes – Benediktinisches Mönchtum im Spiegel Europas“ zu sehen sein. Sie solle verdeutlichen, „wie der Benediktinerorden als europäischer Kulturträger das Bild des Kontinents bis heute beeinflusst“, teilte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Träger des Klostermuseums mit.
Im Zentrum der bis Oktober 2011 laufenden Ausstellung steht die weitgehend vollständig erhaltene Sammlung des früheren Benediktinerklosters St. Blasien im Schwarzwald. Zusammen mit weiteren Leihgaben ergebe sie „eine Gesamtschau der benediktinischen Kulturgeschichte von den Anfängen über die Blüte und Krisenzeit in Mittelalter und Barock bis hin zur Säkularisation und Gegenwart“. Zu den Ausstellungs-stücken gehören bedeutende Handschriften, sakrale Kunstarbeiten in Gold und Silber, Gemälde großer Meister wie Anthonis van Dyck und Peter Paul Rubens sowie kunstvoll gearbeitete naturwissenschaftliche Instrumente. Die Ausstellungsstücke zeugten von der „nahezu enzyklopädischen Sammelleidenschaft der barocken Klöster“, teilt der LWL mit. Aufwändige multimediale Inszenierungen schlagen den Bogen in die Gegenwart.
Ob Theologie und Geistesgeschichte, Wissenschaft, Technik, Architektur, Malerei oder Skulptur: Für die Ausstellung „Macht des Wortes“, die in einem Jahr nach Dalheim kommt, erforschten 45 Wissenschaftler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum die europäische Geschichte, Kunst und Kultur des Benediktinerordens. Auf dieser Basis sei eine besucherorientierte Ausstellung zusammengestellt worden, „die auf anschauliche Weise zeigt, wie die Idee Europas ausgehend von seinen Klöstern Gestalt annahm – ein in diesem Umfang bislang einzigartiges Projekt, das die außergewöhnliche Bedeutung des benediktinischen Erbes für die abendländische Kultur zum Ausdruck bringt“.
Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Benediktinerstift St. Paul im österreichischen Kärnten. Dorthin war der Konvent von St. Blasien nach der Auflösung des Schwarzwald-Klosters 1806 gezogen. In St. Paul wurde die Ausstellung bereits im vergangenen Jahr gezeigt.








