Kommentar
Die Fakten sprechen für sich
Über 300 Jahre lang war die Seelsorge in Gemeinden
organisiert. Das änderte sich im Jahr 2000 mit der Einführung der Pastoralverbünde. Sie sollten neue, lebens- und handlungsfähige Seelsorgeeinheiten schaffen. Längst hat sich herausgestellt, dass die damalige Reform zu kurz gegriffen hatte.
Gerd Vieler (52) ist
Chef vom Dienst des DOM
Fusion oder Verbund: Zwischen diesen beiden Polen entspinnt sich die Diskussion zur Planung neuer Seelsorgeeinheiten. Nach den Pastoralverbünden, in denen zwei bis drei Gemeinden zusammenarbeiten sollten, werden dann im Durchschnitt etwa sieben bis acht Gemeinden zu einer Einheit gehören. Bis zu 20 im Extremfall. 88 solcher Einheiten sollen die 213 bestehenden Pastoralverbünde bis 2030 ablösen.
Das ist weit in die Zukunft geplant. Aber diese Zukunft ist in ihren demoskopischen Teilen schon bekannt, sagen die Verantwortlichen. An diesen Fakten komme niemand vorbei. Nichts überstürzen und in Torschlusspanik geraten, sagen die anderen. Und beide haben Recht.
Die aktuelle Notwendigkeit, zur Schaffung von Seelsorgeeinheiten, kann sicherlich in den einzelnen Gemeinden unterschiedlich bewertet werden. Je nach dem eigenen Erlebnishorizont mag es dabei zeitliche Unterschiede geben. An den grundsätzlichen Fakten ändert das aber nichts. Daher ist die Notwendigkeit zur weiteren Reform bei einigen einsichtiger als bei anderen, wo die Welt noch in Ordnung ist. Aber diese Ordnung ist trügerisch.
Daher ist es sinnvoll, sich auf die neue „Unordnung“ einzustellen. Auch wenn sie hoffentlich nicht so schlimm wird.






