Altar und Glocken aus Lenningser Kapelle finden in der „Waldkirche“ Hemmerde neuen Platz
Die Erinnerung bleibt
Hemmerde/Lenningsen. Die Sonne schimmert durch das dichte Laubdach der Bäume auf die „Waldkirche“ in der Gemeinde St. Peter und Paul in Unna-Hemmerde und zeichnet helle Lichtreflexe auf den aus grauen Natursteinen gemauerten Altar im Zentrum. Matthias Bruders, Pfarrer im Pastoralverbund Unna, erklärt: „Das ist der Altar aus der St. Michael Kapelle zu Lenningsen.“
von Elisabeth Plamper
Die 1960 erbaute Kapelle wurde 2005 profaniert. Dabei stellte sich die Frage nach einem neuen Ort für Altar und Kreuz. Während das Kreuz eingelagert wurde, entdeckte die Messdienergruppe von St. Peter und Paul den Altar für ihre „Waldkirche“, die sie im vergangenen Jahr zum 175-jährigen Weihefest inmitten der Baumgruppe zwischen Kirche und Friedhof einrichtete.
Zum Altar führt ein leicht befestigter Weg. Der Blick zurück richtet sich direkt auf das Portal der Kirche St. Peter und Paul. „Wir haben diese Achse bewusst gewählt“, so Bruders. Auch die zwei Glocken der Lenningser Kapelle fanden dort einen neuen Platz. Sie hängen nun in einem stählernen, rohrähnlichem „Turm“ aus dunklem Metall am „Eingang“ der „Waldkirche“ und jeder, der diese betritt, kann ihre Klöppel mit der Hand zum Schwingen bringen und die Glocken erklingen lassen, erläutert Karl-Heinz Hellmann, stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender.
Im Halbrund um den Altar laden einfache Holzbänke zum Verweilen ein. Wer ein wenig Zeit mitbringt und genau hinhört, nimmt auch die leisen Töne der Windspiele wahr, die die Jugendlichen in den nahen Bäumen aufgehängt haben. Darunter gestalteten sie die Symbole der sieben Sakramente. So steht beispielsweise die aus weißen Kieseln auf dem Waldboden gelegte Taube für die Firmung und zwei Grünpflanzen zu Ringen verschlungen für die Ehe.
An fünf Samstagen richteten im vergangenen Jahr 20 bis 40 Jugendliche in verschiedenen Gruppe die „Waldkirche“ her. Fachliche Unterstützung erhielten sie dabei von den örtlichen Handwerksbetrieben. „Es war schon eine große Herausforderung.“ Für die Heranwachsenden sei die gemeinsame Arbeit eine ganz neue Erfahrung gewesen. „Sie haben Verantwortung für sich und für das, was sie tun, übernommen“, blickt Matthias Bruders zurück. „Während der Arbeiten fanden auch Jugendliche zu uns, zu denen wir sonst eher selten Kontakt haben.“
Und während in Hemmerde in der „Waldkirche“ regelmäßig Jugend- und Weggottesdienste stattfinden, wird die Lenningser Kapelle ab dem Sommer nach entsprechenden Umbauarbeiten das neue Domizil des „Löschzuges 2“ der Feuerwehr Bönen sein. Die Schlüsselübergabe an die Gemeinde fand bereits im Rahmen eines Gottesdienstes statt. Feuerwehrleute, Gläubige und Vertreter der Gemeindeverwaltung nahmen daran teil. „Die Kapelle dient so auch in Zukunft sozialen Zwecken, was mit dem planungsrechtlichen Vorgaben auch im Einklang steht“, erläutert Hellmann. Zur Erinnerung an die Kapelle ist die Errichtung eines Wegekreuzes in unmittelbarer Nähe geplant.
Die vier Gottesdienste im Jahr werden in Lenningsen auch zukünftig in der evangelischen Kirche oder in der Schule stattfinden.








