Kommentar
Der wahre Kirchenfeind
von Matthias Nückel
Nach kritischen Äußerungen einiger FDP-Politiker gegenüber den Kirchen lassen die Liberalen nun Taten folgen. FDP-geführte Bundesministerien wollen die Mittel für die kirchliche Auslands- und Entwicklungsarbeit zum Teil drastisch kürzen.
So will das Außenministerium, dem FDP-Chef Guido Westerwelle vorsteht, die Förderung der kulturellen Auslandsarbeit der Kirchen um gut 20 Prozent kappen. Zugleich will das von Dirk Niebel geführte Entwicklungsministerium die kirchlichen Zen-tralstellen zur Vergabe von Mitteln der Entwicklungshilfe nicht mehr in gleichem Maße fördern wie die Stiftungen. Das war bisher der Fall. Jetzt sollen die Stiftungen laut Haushaltsentwurf 2011 mehr Geld bekommen. Die Mittel für die Katholische Zentralstelle für Entwicklungshilfe (KZE) und die Evangelische Zentralstelle für Entwicklungshilfe (EZE) sollen dagegen erstmals nicht erhöht werden.
Dass die FDP damit in erster Linie den ärmeren Menschen schadet, denen die kirchliche Hilfe bisher zugutegekommen ist, scheint Westerwelle und Niebel nicht zu stören.
Das Verhalten der FDP zeigt deutlich: Die aktuellen Feinde der Kirchen in Deutschland stehen weder rechts noch links. Es sind nicht Faschisten und auch nicht Kommunisten. Der ärgste Feind der Kirche heute ist hierzulande der Liberalismus.
Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU, Volker Kauder, hat den Kirchen zugesagt, die Haushaltsentwürfe noch zu korrigieren. Doch selbst wenn dies der Union gelingen sollte, müsste sie so langsam erkennen, dass sie sich mit der FDP ganz offensichtlich den falschen Partner zum Regieren ausgesucht hat.






