Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die Kolpingsfamilie Herzebrock feiert an diesem Sonntag ihr 100-jähriges Bestehen

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Oben: Aktiv für Mexiko: Im Jubiläumsjahr engagiert sich die Herzebrocker Kolpingsfamilie für das Partnerland Mexiko.

Herzebrock (-haus). „Das kirchliche Leben in der Gemeinde hat einen recht erfreulichen Aufschwung genommen.“ So verzeichnet es die Chronik der Herzebrocker St.-Christina-Gemeinde für das Jahr 1911. Einen nicht geringen Anteil an diesem Aufschwung dürfte der zwei Jahre zuvor gegründete „Katholische Gesellenverein“ gehabt haben. Seit nunmehr 100 Jahren ist die Herzebrocker Kolpingsfamilie eine feste Größe im Gemeindeleben.


„Der Mensch steht im Mittelpunkt“, beschreibt der Vorstandssprecher der Herzebrocker Kolpingsfamilie, Franz-Josef Wonnemann, in seinem Grußwort in der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen ein zentrales Ziel Adolph Kolpings. Darum sei es schon den Gründern der Herzebrocker Kolpingsfamilie gegangen.
Mit Elan gehen die Initia­toren um den damaligen Kaplan Emil Schulte im Jahr 1909 ans Werk. Die Idee überzeugt, und rasch wächst der Gesellenverein auf 62 Mitglieder. Mit seinen zahlreichen Aktivitäten und Angeboten wird er schnell zu der Stütze des Gemeindelebens, die er bis heute geblieben ist. Auch Rückschläge können die Entwicklung nicht bremsen. Selbst Katastrophen wie ein Brand im Jahr 1920, bei dem nicht nur ein großer materieller Schaden zu beklagen ist, sondern auch der Tod des Kolpingbruders Gerd Düpmann, der bei den Rettungsarbeiten sein Leben verliert. Hinzukommen politische und wirtschaftliche Wirren wie Inflationszeit und nicht zuletzt die NS-Herrschaft zwischen 1933 und 1945. Die Chronik der Kolpingsfamilie verzeichnet eine erste „Hochblüte“ für die Jahre 1925 bis 1933. Äußeres Zeichen ist etwa der Bau des Kolpinghauses 1932. Danach werden die Aktivitäten durch die braunen Machthaber immer weiter eingeschränkt. In den Aufbaujahren nach dem Krieg gelingt es den Aktiven, die Kolpingarbeit zu konsolidieren. Eine zweite „Blütezeit“ folgt von 1956 bis 1967. In den siebziger Jahren hat die Kolpingsfamilie ein Tief zu durchschreiten: Aktive und Aktivitäten werden weniger. Doch auch dies wird gemeistert und in den achtziger Jahren folgt ein regelrechter Aufschwung im Herzebrocker Kolpingleben.
Dafür, dass die Kolpingsfamilie auch nach 100 Jahren jung geblieben ist, sorgen heute neben zahlreichen anderen Gruppen auch die Familienkreise, die sich als feste Größe etabliert haben. Vier gibt es bereits, ein fünfter wird gerade gegründet. Dabei haben die Herzebrocker auch die Menschen außerhalb ihrer eigenen Gemeinde nie aus dem Blick verloren. Weder bei der Aktion „Rumpelkammer“, an der sich die Kolpingsfamilie seit Jahrzehnten beteiligt, noch beim Engagement für das Kolping-Partnerland Me xiko. Zahlreiche Aktionen im Jubiläumsjahr unterstützen ein Projekt in der mexikanischen Stadt Ixcatla in der Provinz Veracruz.
Ganz im Sinne von Kolping-Generalpräses Axel Werner, der in seinem Grußwort zum Jubiläum darauf hinweist, wie wichtig es ist, den eigenen Horizont zu erweitern und mit „offenen Sinnen“ am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen: „Der Blick für die sozialen Nöte unserer Umwelt, aber auch in der globalen Welt gehört zur Voraussetzung, das Erbe des seligen Adolph Kolping anzunehmen und in die Tat umzusetzen.“


21.05.2012
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