Aktuelle Ausgabe
2012-20

Das Museum Wiedenbrücker Schule eröffnet an diesem Wochenende

Dem Himmel näher gekommen

Manfred Schumacher (links) und Alfons Brielmann mit dem Altarbild von Heinrich Repke aus Lette. Foto: Lakenbrink

Rheda-Wiedenbrück. Das Altarbild von Heinrich Repke hat es Manfred Schumacher, Vorsitzender des Heimatvereins Wiedenbrück-Reckenberg, angetan. In ganz Deutschland ist er in den vergangenen Monaten herumgereist, um weitere Stücke wie dieses für das neue Museum Wiedenbrücker Schule (Der DOM berichtete) zusammenzutragen, das an diesem Wochenende eröffnet wird.

von Ruth Lakenbrink

Mehr als 300 Exponate sind zusammengekommen, die nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Viele von ihnen schlummerten bis dato auf Dachböden oder in Kirchenarchiven. Einige der Kostbarkeiten aus der sogenannten Wiedenbrücker Schule, einer Künstlergemeinschaft von Malern, Bildhauern und Handwerkern, die ihre Blütezeit im Historismus zwischen 1854 und 1914 hatte, bedurften vorab einer Generalüberholung. Sie mussten gesäubert und teilweise restauriert werden. Die Stücke aus Holz waren gar zur „Wurmkur“, wie Alfons Brielmann, Mitglied des Heimatvereines, es scherzhaft ausdrückt.
In sieben Räume ist das Museum gegliedert, jeder von ihnen hat eine eigene Ausstellungsthematik. Wenn der Besucher das Haus im Erdgeschoss betritt, kann er sich zunächst über die Ursprünge der „Wiedenbrücker Schule“ im Handwerk der Umgebung informieren. Im Obergeschoss geht es mit einer Einführung in den Historismus weiter, ehe der Besucher in den größten Ausstellungsraum, die ehemalige Werkstatt gelangt. Diese soll, ähnlich einer „richtigen“ Werkstatt im ursprünglichen Charakter hergerichtet werden, etwa mit einer originalen Werkbank, und die Arbeit um 1900 veranschaulichen. Zudem findet dort die eigentliche Präsentation der Kunst und des Kunsthandwerks statt. Getreu dem Museumsmotto „Dem Himel ein Stück näher“ wird vor allem auf die Bedeutung der Kirche als wichtigsten Auftraggeber eingegangen. Erst mit Beginn des Ersten Weltkrieges, als die Auftragslage dünner wurde, erschlossen sich die Künstler mit profaner Kunst neue Aufgabenfelder.
Eine stadtgeschichtliche Sammlung, ein Raum, der zum Anfassen und Erleben einladen soll sowie eine kleine Bibliothek ergänzen die Ausstellung. In dieser können kostbare Bücher eingesehen werden, etwa zwei Bibeln und ein Messbuch aus dem 17. Jahrhundert.


21.05.2012
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