Aktuelle Ausgabe
2012-20

Die Firm-Bewerber in Mastbruch und Schloß Neuhaus gestalteten einen Credo-Parcour

Dem Heiligen Geist ins Gesicht sehen

Unter dem Heilig-Geist-Mobile in Mastbruch St. Joseph.

Paderborn-Mastbruch. Kirchenbesucher in St. Joseph Mastbruch können dem Geheimnis Gottes mit allen Sinnen auf die Spur kommen. 

von Richard Schleyer 

„Gott“ steht in großen Buchstaben auf dem gelben Plakat geschrieben, am Eingang des Credo-Parcours in den Seitengängen der Mastbrucher St.-Josephs-Kirche. Alle 187 Firmbewerber des Pastoralverbundes Schloß Neuhaus sind im Verlauf einer Liturgischen Nacht durch das grüne „Ich-glaube-Tor“ in den Parcour eingetreten und haben ihn durchschritten. „Gottesbilder“ heißt das Thema, das auf den ersten Plakaten des Credo-Parcours behandelt wird. Doch empfängt die jungen Firmbewerber unter der Überschrift „Gott“ kein Bild. An der Kirchenwand lehnt ein großer Spiegel. Wer also durch das „Ich-glaube-Tor“ tritt, schaut zuerst sich selber ins Gesicht. „Ich bin ein Bild Gottes!“, soll so deutlich werden. 

Der Credo-Parcour wird in vier Stationen durchlaufen, Gott-Vater, Sohn und Heiliger Geist und als Vierte die Amen-Station. Da soll dann jeder entscheiden, was ihm selber am Glauben wichtig ist und wie er sich im Haus der Kirche wiederfindet. 

Seit Dezember planten und bauten die Firmbewerber mit ihren Katecheten diesen Credo-Parcour. Jeder entschied sich zu Beginn der Firmvorbereitung für eine der Stationen. Zuerst wurden die vier Themen vom theologischen Inhalt her aufgearbeitet. Dann überlegten die Jugendlichen, wie sie ihre Themen für den Parcour praktisch gestalten könnten, anschau- und anfassbar machen. 

Anregungen dazu hatte Gemeindereferentin Katrin Spehr, die im Pastoralverbund für die Firmvorbreitung zuständig ist, von einem Kirchentag mitgebracht. Diese Vorlage bietet 40 Ideen für Stationen-Gestaltung. 

Eines war den jungen Menschen tief ins Bewusstsein gedrungen: Von Gott darf man sich kein Bild machen. Darauf richteten sie ihr kreatives Tun aus. Die Sohn-Gruppe sägte und feilte aus weichem Stein Symbole, die sie mit Jesus Christus verbanden. Viele Kreuze entstanden dabei, aber auch Fische und ein Herz. 

Der Heilige Geist hat etwas mit Wind und Bewegung zu tun. Dies setzte die Heilig-Geist-Gruppe um, indem sie ein Mobile gestaltete aus vielen Heilig-Geist-Symbolen, aus buntem Karton ausgeschnitten und zusammengeklebt. Viele Tauben baumeln da jetzt in der hinteren rechten Ecke der Kirche von der Decke, aber auch Feuerzungen, Engelsgestalten und eine Sonne. Und für das große 3D-Bild, das den Heiligen Geist in Gestalt einer Sonne aus den Wolken treten lässt, entschieden die jungen Künstler, dass er keine Gesichtszüge erhalten dürfe. Doch zu einem konturenlosen weißen Kreis mochten sie sich auch nicht durchringen. So wurde mit zwei runden Augen und einem lächelnden Strichmund ein Gesicht zumindest angedeutet. 

„Gott fühlen“ können die Parcour-Läufer in der Vater-Abteilung, die Gott als Schöpfer vorstellt. In verschlossenen Schuhkartons lässt sich durch ein Loch an der Vorderseite eine Hand strecken. Jeder soll fühlen, was in der Kiste ist: Moor, Sand, Kies, Körner. Auf diese Weise wird der Reichtum der Schöpfung deutlich.

Das Gestalten des Parcours in den Gruppen war der eine Teil dieser Firmaktion, erklärt Katrin Spehr. In der Liturgischen Nacht, an zwei Samstagen von 20 bis 24 Uhr angeboten, erleben dann die Einzelnen den ganzen Parcour. In der dunklen Kirche bei Kerzenlicht in kleinen Gruppen den Parcour zu durchschreiten und sich dem Geheimnis Gottes anzunähern und den gemeinsamen Glauben der Kirche sinnenhaft zu erleben, das wird sich den jungen Firmbewerbern ins Gedächtnis einprägen, so hofft die Gemeindereferentin mit ihren Katecheten. 


21.05.2012
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