Paderborner Vincentinerinnen begehen 350. Todestag von Vincenz von Paul
Das vincentinische Jahr
Paderborn. Dom Helder Camara hat ihn „ein Genie der Nächstenliebe“ genannt, der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern bezeichnet ihn als den „Unerreichten in allen Landen“. Heute ist das Leben des heiligen Vincenz von Paul fast unbekannt, obwohl er als Begründer der organisierten Caritas gilt. Am „heiligen vincentinischen Jahr“, das dem 350. Todestag des Vincenz von Paul vorausgeht, beteiligen sich auch die Paderborner Vincentinerinnen mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen. Auftakt ist an diesem Sonntag, 8. November, 10 Uhr, mit einem Themengottesdienst zu den „Werken der Barmherzigkeit“ in der Mutterhauskirche der Vincentinerinnen.
Im kommenden Jahr jährt sich der Todestag dieses großen Heiligen und seiner engsten Mitarbeiterin Louise von Marillac zum 350. Mal. Die internationale vincentinische Familie, zu der im Erzbistum Paderborn neben den Vincentinerinnen in Paderborn auch die Lazaristen in Lippstadt sowie die Vinzenzkonferenzen gehören, gedenkt der beiden Heiligen vom 27. September 2009 bis zum 27. September 2010 mit einem heiligen vincentinischen Jahr. Im Jubiläumsjahr planen die „Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vincenz von Paul“ verschiedene Aktionen und Veranstaltungen. Den Themengottesdienst zum Start am Sonntag wird Präfekt Dirk Salzmann aus dem Priesterseminar vorstehen. Dazu laden die Vincentinerinnen alle Interessierten ein.
Vincenz von Paul wurde 1581 in der Gascogne geboren und starb 1660 in Paris. Mit 19 Jahren wurde er bereits zum Priester geweiht. Er arbeitete zunächst als Hauslehrer bei einer der angesehensten französischen Familien seiner Zeit, bevor er, angesprochen durch die Armut der französischen Landbevölkerung, sich um die Ärmsten der Armen im Frankreich des 17. Jahrhunderts zu kümmern begann. Er gründete in Paris Waisenhäuser, Volksküchen und Lazarette für die Opfer des Bürgerkrieges. Auf seine Anregung entstanden Laienorganisationen, die sich um Arme und Kranke sorgen. Seine vielfältigen Werke sind ohne seine engste Mitarbeiterin Louise von Marillac nicht denkbar. Sie lebte von 1591 bis 1660. Louise von Marillac organisierte im Auftrag des heiligen Vincenz von Paul die Arbeit der Caritasgruppen, und war die erste Generaloberin der „Fille de la charite“, der Vincentinerinnen, der mit 20 000 Mitgliedern weltweit größten Frauengemeinschaft der katholischen Kirche. Sie arbeiten derzeit in 93 Ländern der Erde. Im 19. Jahrhundert entstanden, vor allem im deutschsprachigen Raum, karitative Frauengemeinschaften, die den heiligen Vincenz von Paul als Ordenspatron und spirituelles Vorbild haben. Dazu gehören auch die Paderborner Vincentinerinnen, die 1841 von Bischof Friedrich Clemens Ledebur gegründet wurden.
Der heilige Vincenz von Paul wurde 1737 heiliggesprochen. Die Idee seines Wirkens hat sich in über 350 Jahren in der Welt vervielfacht. Im Jahr 1833 gründete Frederic Ozanam die erste Vinzenzkonferenz, die im Geist des heiligen Vincenz versuchte, Not zu erkennen und zu lindern. Aus dieser kleinen Pflanze ist ebenfalls eine internationale Bewegung geworden.







