Aktuelle Ausgabe
2012-20

Mit einer vorbildlichen Gemeinschaftsleistung errichtete Rieflinghausen vor 50 Jahren eine Kapelle

Dank für großen Einsatz

Voll besetzt war die Kapelle St. Servatius in dem kleinen Dorf Rieflinghausen beim Jubiläumsgottesdienst.Fotos: Lüttecke
1959 wurde die Kapelle St. Servatius von den Bewohnern Rieflinghausens in der Mitte des Dorfes neu gebaut. Eine über 300 alte Kapelle war baufällig und musste abgerissen werden.

Attendorn-Rieflinghausen (jon). Voll besetzt war die kleine Dorfkapelle im Attendorner Ortsteil Rieflinghausen, als die Gemeinde das 50-jährige Bestehen der Kapelle feierte. In einer Gemeinschaftsleistung hatten die Bewohner von Rieflinghausen, einem der kleinsten Orte des Repetales, die Kapelle 1959 in der Rekordzeit von nur fünf Monaten errichtet. Daran erinnerte zum Jubiläum der Vorsitzende des Kapellenvereins St. Servatius Rieflinghausen, Burkhard Hesse.


von Meinolf Lüttecke

Domkapitular Josef Vorderwülbeke feierte mit der Dorfgemeinschaft zum Jubiläum das Festhochamt. „Ein Grund zur Freude und Dank zu sagen“, nannte er die Gemeinschaftsleistung beim Bau der Kapelle. Vor der Dorfkapelle übergab anschließend Martin Schmelter, der Sohn von Egon Schmelter, der vor 50 Jahren die Pläne für die Kapelle entworfen hatte, zwei Originalzeichnungen an Burkhard Hesse. Einmal die Kapelle ohne Kirchturm, so wie sie entstanden ist, sowie einen Entwurf, der die Kapelle mit Kirchturm zeigt. Rechtzeitig zum Jubiläum war die Kapelle von innen und außen umfassend renoviert worden.
Franz Köper aus Repe lobte die damalige gute Gemeinschaftsleistung und überreichte für die benachbarten Kapellengemeinden Repe, Niederhelden und Mecklinghausen ein Geldgeschenk.
Wann die erste Servatius-Kapelle in Rieflinghausen gebaut wurde ist nicht nachzuweisen. Die bislang älteste Mitteilung stammt aus der Feder des Kölner Generalvikars Johannes Gelenius, der 1628 in Rieflinghausen eine Kapelle bezeugt. 1699 gab es bereits einen Kapellenprovisor, der für die Vermögensverwaltung der Kapelle sorgte. Im März 1959 entschieden sich die Rieflinghauser die über 300 Jahre alte Kapelle aufgrund der schlechten Bausubstanz abzureissen. Auch bot sie der wachsenden Zahl der Sommergäste, die zum Gottesdienst kamen, nicht genügend Raum. Die Initiative für den Kapellenneubau ging vom damaligen Pfarrer Franz Külpmann, aus. So wurde der Neubau im Mai 1959 in Eigenleistung entlang der Nordwand des Vorgängerbaus errichtet. Am 4. Oktober 1959 fand die feierliche Weihe statt. Obwohl sich die Dorfgemeinschaft entschloss, keinen Glockenturm zu bauen, läuten auch in Rieflinghausen die Glocken: Zwei Glocken sind im Dachstuhl vorhanden.
Zur Kapellengemeinde zählen die Bewohner der Ortschaften Rieflinghausen, Hofkühl und Berlinghausen. Heute wird in der St.-Servatius-Kapelle von einem Geistlichen des Pastoralverbundes Attendorn einmal im Monat an einem Werktag eine heilige Messe angeboten. Der Kapellenverein kümmert sich auch weiterhin um die Belange der Kapelle und um die des in unmittelbarer Nähe stehenden vereinseigenen Pfarrhauses. 1945 hatte sich die Dorfgemeinschaft entschieden, für den Unterhalt eines eigenen Priesters sorgen zu wollen. Zu diesem Zweck errichtete man 1947 das eigene Pfarrhaus. Der holländische Franziskanerpater Jan Keverkamp war der bisher letzte Bewohner der Pfarrwohnung. In Rieflinghausen ist er noch als „der fliegende Holländer“ bekannt. Er wohnte dort bis 1986. Sein „Vormieter“ war von 1974 bis 1981 Walter Junk, heute Leiter des Pastoralverbundes Winterberg-Nord, der dem Ort bis heute freundschaftlich verbunden ist.


19.05.2012
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