Aktuelle Ausgabe
2010-35

Bank für Kirche und Caritas hat mit ihrer nachhaltigen Geschäftspolitik in der Krise geglänzt

Bodenständigkeit zahlt sich aus

Solide gewirtschaftet, organisatorisch bestens gerüstet: Aufsichtsratschef Dr. Georg Rüter lobte die Arbeit und das gute Ergebnis der Bank für Kirche und Caritas.Foto: Vieler

Paderborn. Das Foto, mit dem Bankchef Dr. Richard Böger die über 500 Besucher in der voll besetzten Kaiserpfalz konfrontierte, passte zum allgemeinen Szenario. Scheinbar turmhoch ragte darauf das Gebäude der Paderborner Bank für Kirche und Caritas (BKC) auf, direkt daneben gähnte der Abgrund. Doch das, was eine Episode aus dem Ausbau des Geländes Grube direkt hinter der Bank zeigte, charakterisierte dann doch nicht den Zustand der Bank. „Wir haben kein Geld verloren und gehen wahrscheinlich sogar bestärkt aus der Krise hervor“, betonte Dr. Böger bei der diesjährigen Generalversammlung der Kirchenbank.

von Christian Schlichter

„Wir blicken ohne Häme, aber in Dankbarkeit auf die Entwicklung unserer Bank, die die Bodenständigkeit gewahrt hat“, hatte Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Georg Rüter aus Bielefeld die Versammlung eingeleitet. Bankdirektor Böger füllte diesen Satz mit Fakten aus. Im vergangenen Jahr habe sich bei der Paderborner Kirchenbank die Konzentration auf die Förderung der Mitglieder ebenso bewährt wie die konservative und nachhaltige Anlagepolitik. Das, verbunden mit der Tatsache, dass es dem Haus am Paderborner Kamp nie um Anlagenmaximierung gegangen sei, habe den positiven Kurs bestätigt.
Der 15. September 2008 mit dem massiven Einbruch auf dem Geldmarkt werde aber sicher ebenso in die Historie eingehen, wie die Weltwirtschaftskrise 1929, die Währungsreform 1948 oder die Währungseinheit 1989, war sich Dr. Böger sicher. Besorgniserregende Zahlen markierte er für die Gesamtlage: Der Produktionsrückgang in der Wirtschaft betrage 21 Prozent und liege damit noch unter dem Stand von 2004. Das Sozialprodukt sei um sieben Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig seien die Aktienkurse um 40 Prozent und die Unternehmensgewinne um 70 Prozent gesunken. Wenn es nicht bald zu einem deutlichen Anzug in der Produktion komme, werde sich auch die Zahl der Erwerbstätigen stark erhöhen, die bislang erst um 0,4 Prozent zurückgegangen sei. Insgesamt seien die Ursachen für den wirtschaftlichen Einbruch aber eher psychologischer statt faktischer Natur, attestierte der Bankdirektor.
Dass die große Krise an der Bank für Kirche und Caritas ohne wirklich negative Folgen vorübergegangen sei, begründete Böger mit der Tatsache, dass bereits Mitte 2008 alle Aktien durch sichere Wertpapiere ersetzt worden seien. Obwohl rund 2,5 Milliarden Euro an Kundengeldern von der Bank auf den Finanzmärkten angelegt worden seien, habe es keine Verluste gegeben. Dass der Zinsüberschuss zugleich aber auf 9,5 Millionen halbiert worden sei, verschwieg er dabei ebenso nicht. Gerade in diesem Bereich habe sich die BKC stark für ihre Kunden engagiert und vieles von den immer geringer werdenden Zinserträgen weitergereicht.
„Die Bank ist organisatorisch und personell bestens ausgestattet und arbeitet wirtschaftlich“, zitierte dazu Aufsichtsratschef Rüter aus dem Bericht der Wirtschaftsprüfer. Dass sich das auch ganz konkret gegenüber den Mitgliedern niederschlägt erfuhr die Versammlung dann fast zum Ende des offiziellen Berichtteiles: Es wird weiterhin sieben Prozent Dividende für die BKC-Genossen geben. 


03.09.2010
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