Aktuelle Ausgabe
2012-20

Generalvikariat erwartet in diesem Jahr 17 Mio. mehr Kirchensteuereinnahmen als 2008

Bistumshaushalt steigt um über 5 Prozent

Jährlich wird der Etat des Erzbistums im „Kirchlichen Amtsblatt“ veröffentlicht. Im laufenden Jahr werden Einnahmen in Höhe von knapp 331 Mio. Euro erwartet. Foto: Vieler

Erzbistum. Um gut fünf Prozent steigert sich der Haushalt des Erzbistums Paderborn 2009 gegenüber dem Vorjahr. Damit steht dem Generalvikariat für das laufende Jahr ein Etat von knapp 331 Millionen Euro zur Verfügung. Die Zahlen wurden jetzt in der jüngsten Ausgabe des kirchlichen Amtsblattes veröffentlicht.

von Gerd Vieler

Danach rechnet das Erzbistum mit Kirchensteuereinnahmen von 323 Mio. Euro. Im Jahr 2007 waren es 327 Mio. Allerdings waren für 2008 nur 306 Mio. eingeplant. Diese Steigerung liegt im Bundestrend, bei dem Kirchensteuereinnahmen in den Jahren 2006 und 2007 ebenfalls jeweils um sieben und über neun Prozent gestiegen waren. In ganz Deutschland kam 2007 nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz ein Betrag von 4,6 Milliarden Euro an Abgaben der Kirchenmitglieder zusammen.
Aufgrund des um gut fünf Prozent gesteigerten Etatansatzes erhöhen sich auch die Ausgaben in fast allen Bereichen des Haushaltsplanes. Die größte Steigerung einer Haushaltsstelle liegt im Bereich Aus- und Fortbildung der Geistlichen. Die Kosten dafür steigen um fünf Mio. Euro. Rein statistisch gesehen sind das rund 10 000 Euro pro Priester im Erzbistum.
Den größten Einzelplan stellt traditionsgemäß der Posten „Allgemeine Seelsorge“ dar. Gut 150 Mio. Euro sind dafür veranschlagt. Darunter fallen sowohl die Personalkosten (leichter Rückgang) als auch die Ausgaben für die Gemeinden. Für ihre Belange steht der gleichnamige Posten „Allgemeine Seelsorge“. Allein dafür gibt das Erzbistum rund 82 Mio. Euro aus, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um zwei Millionen Euro. Für Pensionszahlungen sind gut 31 Mio. Euro vorgesehen.
Gegen die landläufige Ansicht, dass sich auch Ordensgemeinschaften aus Kirchensteuermitteln finanzieren, spricht der vergleichsweise geringe Etatansatz von 3,7 Mio. Euro in diesem Bereich.
Rückgänge gibt es zum Teil im Bereich der „Besonderen Seelsorge“, wobei die absoluten Beträge dort im Verhältnis zu anderen Haushaltsbereichen eher klein sind. Dennoch sind für die Seelsorge in Berufs- und Arbeitswelt statt 125 000 Euro nur noch 85 000 Euro vorgesehen. Prozentual gesehen immerhin ein Rückgang um ein Drittel. Ähnliches gilt für die Studentenseelsorge sowie die Seelsorge an fremdsprachigen Katholiken. Die Jugendpastoral lässt sich das Erzbistum über 4,8 Mio. Euro kosten, eine Steigerung um 225 000 Euro.
Rund 15 Prozent Steigerung weist auch der Bereich Schule und Bildung auf. Der Löwenanteil davon entfällt mit über 16 Mio. Euro auf die rund 40 schulischen Einrichtungen in Trägerschaft des Erzbistums.
Die Ausgaben für soziale Dienste sollen von 36 auf 37 Mio. Euro steigen. Die Planungen für „gesamtkirchliche Aufgaben“ wie Bistumsfinanzausgleich, Weltkirche, Diaspora- und Katastrophenhilfe bleiben mit 26 Mio. Euro unverändert. Ebenso wie der Bereich „Finanzen und Verwaltung.


19.05.2012
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