Aktuelle Ausgabe
2012-20

Kommentar

Bischof Mixas Scheitern

von Matthias Nückel 

Dass Bischof Walter Mixa dem Papst seinen Rücktritt angeboten hat, ist nach den Ereignissen der vergangenen Wochen die logische Konsequenz. Der Augsburger Bischof hatte durch sein Taktieren in der „Watsch‘n-Affäre“ viel Vertrauen verloren – zu viel, um noch Oberhirte eines Bistums sein zu können.

Gescheitert ist Bischof Mixa aus zwei Gründen. Zuallererst an seinen eigenen Ansprüchen und Maßstäben. Wer hohe moralische Maßstäbe in der Öffentlichkeit setzt, der darf nicht den Hauch eines Verdachts erwecken, dass er selbst nicht danach handelt.

Es ist schon schlimm genug, dass es so mancher Politiker mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt oder sich im Zweifel schlicht nicht mehr erinnern kann. Einem Bischof aber darf dies auf keinen Fall passieren.

Zweitens ist Bischof Mixa gescheitert, weil er offensichtlich den falschen Beratern vertraut hat. In der aufgeheizten Atmosphäre der vergangenen Wochen kann man Vorwürfe, wie sie gegen den Bischof erhoben wurden, nicht einfach aussitzen. Mit solch einer Situation muss man anders umgehen. Hätte der Bischof die Watsch‘n direkt zugegeben und sich entschuldigt, dann hätte es keinen Grund für einen Rücktritt gegeben.

Letztlich war es menschliches Versagen in mehrfacher Hinsicht, das zum Rücktrittsgesuch Bischof Mixas geführt hat. 

Das Bistum Augsburg hat jetzt die erste Konsequenz gezogen und den für die Öffentlichkeitsarbeit Verantwortlichen von seiner Aufgabe entbunden. Das ist ein richtiger Schritt nach vorn. Denn noch so ein Debakel in der Öffentlichkeit kann sich die Diözese nicht leisten.



19.05.2012
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