Aktuelle Ausgabe
2012-20

Pfarrer Wagener verkauft Eis im Schatten des Kirchhundemer Kirchturms

„Biblisches Eis“ im Pfarrgarten

In seinem Pfarrgarten verkauft der Kirchhundemer Pfarrer Georg Wagener „biblisches Eis“ zugunsten seiner Messdiener.Foto: Eiden

Kirchhundem. „Biblisches Eis“, bei Sonnenschein genossen im lauschigen Pfarrgarten von Kirchhundem, unter dem Schutz der Kirchtürme von St. Peter und Paul, das ist, als ob ein kleiner, paradiesischer Hauch durchs irdische Leben weht. „In den Sommerferien wollen wir hier in Kirchhundem eine Begegnungsstätte für Jung und Alt schaffen. Und da es im Ort keinen Eissalon gibt, bietet es sich an, selbigen am Wochenende und nach den Gottesdiensten hier einzurichten“, erzählt Pfarrer Georg Wagener.

von Julia Eiden

Das passende Motto dazu fiel dem rührigen Kirchenmann schnell ein: „Mit leckerem Eis vom Bettinghof und Gottes Segen, wollen wir in Kirchhundem etwas bewegen.“ Der ortsansässige Bettinghof mit seinen rund 50 Milchkühen ist weithin bekannt für sein gutes „Eis vom Bauernhof“, und Pfarrer Wagener beabsichtigt, mit seiner pastoralen Eisdiele auch der heimischen Milchwirtschaft zu helfen. immerhin wurden im ersten Monat rund 200 Liter Eis verkauft.
Und es ist ja auch nicht irgendein Eis, sondern „biblisches“, denn Pfarrer Wagener dachte sich etliche verschiedene Kreationen aus, die dann von den helfenden Händen der Messdiener, denen der Erlös schließlich zugutekommt, und anderer Jugendlicher angerichtet wurden: Jeweils eine Kugel Schoko-, Vanille- und Erdbeer­eis stellen die „Heiligen Drei Könige“ dar. Als Gaben bringen sie Krokant (Weihrauch), Marzipan (Myrrhe) und ein Bonbon (Gold). „Moses im Binsenkörbchen“ sind zwei Eiskugeln in einer Schale aus Gebäck, und bei den „Drei Jünglingen im Feuerofen“ fließt rote Soße über drei Kugeln Eis.
Am Schützenfestsonntag gab es die „Speisung der 5000“: Eis nach Wahl, mit grün-weißen Fähnchen bestückt. Anfangs befüllte der „Chef“ selber die Eishörnchen, verbunden mit der Aufforderung: „Wenn der Zug kommt, müsst Ihr mit den Fähnchen winken.“ Dann nahm er, bereit zum Abmarsch, seine Schützenfestkappe und ging. Die Schleckermäuler blieben derweil in Erwartung des Zuges sitzen, hatte der Pfarrer an diesem Sonntag doch extra Bänke an die Straße gestellt. Da wurde gelacht und erzählt, nach dem kühlen Schmaus ein Espresso getrunken, um dann doch noch einmal den Gang zu dem gemütlichen Eiswagen anzutreten – denn „biblisches Eis“ schmeckt einfach nach mehr.


19.05.2012
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