Aktuelle Ausgabe
2012-20

SkF Arnsberg-Sundern feierte sein 100-jähriges Bestehen

Bescheidene Anfänge, große Hilfe

Für die Unterhaltung bei der Jubiläums-Feier des SkF Arnsberg-Sundern sorgten die Kinder der heilpädagogischen Tagesgruppe im SkF-Familienhilfezentrum mit Tanz und Artistik.

Arnsberg (jon). Sein 100-jähriges Bestehen hat der „Sozialdienst katholischer Frauen“ (SkF) Arnsberg-Sundern mit einer großen Festveranstaltung gefeiert. Die Vorsitzende Ursula Beckmann verwies auf die bescheidenen Anfänge mit der Gründung der ersten SkF-Ortsgruppe in Arnsberg im Jahr 1908, aus denen heute ein großer Hilfeanbieter mit rund 190 Mitarbeitern geworden sei.

Mit mehr als 180 Gästen aus Kirche, Caritas, Kommunen und Gesellschaft blickte der SkF Arnsberg-Sundern mit Stolz auf 100 Jahre soziales Engagement in der Region des westlichen Hochsauerlandkreises  zurück. Der festliche Dankgottesdienst in der Liebfrauenkirche in Arnsberg stand unter der Überschrift „Wir reichen Hände“. Die Zelebranten– unter anderen Weihbischof Manfred Grote und Dechant Hubertus Böttcher – zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt der Dienste und Hilfeangebote, die der SkF mittlerweile in seinen Fachdiensten anbietet.
Bei der Festveranstaltung in der Arnsberger Festhalle überbrachten die SkF-Bundesvorsitzende Maria Elisabeth Thoma aus Neuss und die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Arnsberg, Rosemarie Goldner aus Arnsberg, Glückwünsche. Frau Thoma erinnerte besonderes an den Zusammenschluss der in der Region tätigen SkF-Ortsgruppen, die eine Neuausrichtung der Dienste und Einrichtungen unter dem Dach des SkF-Familienhilfezentrums Marienfrieden möglich gemacht habe. In seinem Festvortrag verwies Altabt Stephan Schroer von der Benediktinerabtei in Meschede auf den christlichen Auftrag des Vereins sowie die gesellschaftlichen Ansprüche die zunehmend an ihn gestellt werden.
In der Stadt Arnsberg hat der SkF eine lange Tradition. Nach der ersten Gründung 1908 in Arnsberg entstanden weitere SkF-Ortsgruppen in Neheim (1922), Hüsten (1922), Oeventrop (1925), Freienohl (1925) und Sundern (1932). In einer Zeit, als es noch keine Jugendämter und gesetzlich verankerte Hilfesysteme gab, setzen sich zahlreiche Frauen der Region ehrenamtlich für Kinder, Jugendliche, Familien und Frauen ein. In der NS-Zeit wurde die aktive Arbeit durch die NS-Volkswohlfahrt sehr stark behindert und eingeschränkt. Sie wurde aber über all die Jahre in enger Anlehnung an die Kirchengemeinden im Untergrund weitergeführt.
Nach dem zweiten Weltkrieg war die Not für Kinder und Familien besonders groß. Unmittelbar nach Kriegsende übernahmen die Frauen des SkF das von der NS-Volkswohlfahrt errichtete Kinder-Erholungsheim am Hüstener Breloh und errichteten hier das Kinderheim Marienfrieden. Während in den ersten Jahren vor allem durch den Krieg elternlos gewordene Kinder aufgenommen wurden, die dann weiter zu Verwandten gingen oder in Pflegefamilien vermittelt wurden, entwickelte sich ab 1950 die Betreuung der Kinder und Jugendlichen immer mehr zur Dauerunterbringung. 1952 und 1957 wurden durch den Bau eines Mädchenwohnheims und eines neuen Kinderheims die Räumlichkeiten den sich verändernden Bedingungen angepasst. Im Laufe von vielen Jahrzehnten entwickelte sich die pädagogische Arbeit im Heim zu einem Schwerpunktbereich innerhalb des SkF.
Für die allgemeine Sozialarbeit in den Städten Arnsberg und Neheim-Hüsten stellten die beiden Ortsgruppen (ab ca. 1939) eigene Sozialarbeiterinnen an, die die bis dahin rein ehrenamtliche Tätigkeit der Frauen unterstützten und koordinierten. Mit dem neuen Kinder- und Jugendhilfegesetz kamen Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre neue Aufgabenfelder auf die im Jugend- und Sozialbereich tätigen Verbände zu.
Heute präsentiert sich der SkF Arnsberg-Sundern im westlichen Hochsauerlandkreis (Arnsberg, Sundern) und in Teilen des Märkischen Kreises (Balve/Neuenrade) als ein großer Anbieter im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Rund 190 Mitarbeiter sind in den zahlreichen Arbeitsbereichen für Hilfesuchende und bedürftige Menschen da. Darüber hinaus engagieren sich im Rahmen des Vereins zahlreiche Ehrenamtliche. Nach wie vor wird die Vorstandsarbeit von einem ehrenamtlichen Vorstand geleistet, der die hauptamtlichen Mitarbeiter unterstützt. Um für die Aufgaben der Zukunft gerüstet zu sein, hat der SkF im Mai 2004 seine gesamten Dienste und Einrichtungen zum Familienhilfezentrum Marienfrieden zusammengeschlossen.


19.05.2012
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