Dortmund: Der Umbau von Liebfrauen zur Grabeskirche verläuft planmäßig
Bei den Toten verweilen
Dortmund (-haus). „Auf den ersten Blick soll alles vertraut wirken, die Veränderungen sollen erst auf den zweiten Blick zu erkennen sein.“ So charakterisiert der Berliner Architekt Professor Volker Staab seine Pläne für die Urnengrabstätten in der Liebfrauenkirche. Im Dezember hatte er mit seinem Konzept den Architektenwettbewerb zur Umgestaltung der Kirche gewonnen. Gemeinsam mit Propst Andreas Coersmeier, Elmar Hoffmann vom Gemeindeverband und Architekt Wolfgang Bergstermann stellte er jetzt die Pläne vor.
Niedrige Urnengräber, die an Kirchenbänke erinnern, sieht der Entwurf Staabs vor. Sein Anspruch, den räumlichen Eindruck der Kirche auf jeden Fall zu erhalten, ist auch für Propst Andreas Coersmeier ein wichtiger Aspekt: „Die Gläubigen sollen auf jeden Fall das Gotteshaus noch als ihre Kirche wiedererkennen.“ Da das Preisgericht damals zwei erste Preise vergab, entschied sich der Gemeindeverband als Träger des Kolumbariums im Nachhinein für die Arbeit des Berliner Architektenbüros.
„Bei diesem Entwurf überzeugt die Anordnung der Urnengräber, welche in Bronze einen klassischen Dreiklang aus Bodeplatte, Sockel und Urnenfeld bilden“, hieß es in der Wertung des Preisgerichts. Diese Anordnung der Urnengräber in Verbindung mit Sitzgelegenheiten ermögliche es, sich „einfach zu den Toten dazu zusetzen“. Doppelgräber können bei dieser Planung sowohl über- als auch nebeneinander angelegt werden. Vorgesehen sind 3250 Urnenplätze für einzelne Urnen. Jeder dieser Plätze kann aber auch für zwei Urnen übereinander als Doppelgrabstelle genutzt werden. Dabei wird es dann für die Verstorbenen eine gemeinsame Grabplatte geben. Der Gemeindeverband rechnet damit, dass Doppelgräber häufiger gefragt sein werden. So würden etwa in der Grabeskirche in Aachen bei rund der Hälfte aller Anfragen Doppelgräber gewünscht, erläutert Elmar Hoffmann, Geschäftsführer des Gemeindeverbandes. Zwischen drei- und fünftausend Euro wird nach derzeitigen Schätzungen ein Urnengrab in der Liebfrauenkirche kosten. Die Urnen können dann 20 Jahre in der Kirche verbleiben. Eine Verlängerung dieser Zeit ist grundsätzlich möglich, bevor die Asche zur „letzten Ruhestätte“ an einem Ort in der Kirche verbracht wird.
Die Bauleitung vor Ort übernimmt Architekt Wolfgang Bergstermann. Da bereits alle Frage im Zusammenhang mit dem Denkmalschutz geklärt seien, rechnet er damit, dass die Bauarbeiten im kommenden Jahr beginnen können. Zurzeit laufen die Arbeiten zur Turmsanierung. „Wir sind zuversichtlich, dass alles planmäßig verläuft“, so Bergstermann. Demnach soll die Grabeskirche am 1. November 2010 öffnen.







