Mendener Placida-Viel-Berufskolleg hilft dem Kinderdorf Christkönig in Cochabamba
Außergewöhnliche Partnerschaft
Menden. Das Placida-Viel-Berufskolleg in Menden hat eine außergewöhnliche Partnerschaft mit dem Kinderdorf „Aldea de ninos Cristo Rey“ (übersetzt: Christkönig) auf der anderen Seite des Äquators geschlossen. Die Einrichtung, in der über 180 Kinder aus Familien leben, deren Eltern im Gefängnis einsitzen, liegt in Cochabamba/Bolivien.
Verbunden sind beide Einrichtungen durch den gemeinsamen Träger: Die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel, deren Provinzialat im Bergkloster Bestwig beheimatet ist. „Wir haben immer wieder Aktionen, mit denen wir die Ordensgemeinschaft an ihren Wirkungsorten unterstützen. Doch bleiben viele dieser Aufgaben weit weg und abstrakt. Mit dieser Partnerschaft wollen wir unsere Verbundenheit zu dem Träger konkreter und lebendiger machen“, begründet Schulleiter Wilhelm Kotthoff die Initiative.
Auf der Suche nach einem Projekt habe ihnen die Aldea in Cochabamba besonders imponiert. „Dort leben Kinder und Jugendliche bis ins junge Erwachsenenalter. Damit können sich unsere Schüler identifizieren. Zudem geht es um Bildung und Erziehung. Also steht diese Einrichtung unserer Schule auch inhaltlich nah“, erklärt Kotthoff.
Zusammen mit seiner Stellvertreterin Kerstin Kocura und seiner Kollegin Ingrid Betken flog er während der Herbstferien nach Bolivien, um das Kinderdorf kennenzulernen. Die Reise hatten sie selbst finanziert. „Es ist einfach etwas ganz anderes, wenn man selbst vor Ort war, die Verhältnisse kennt und allen, die sich hier dafür interessieren, aus erster Hand berichten kann“, sagt Kerstin Kocura.
An zwei Nachmittagen schilderten sie ihren Kolleginnen und Kollegen noch ganz bewegt von den Erlebnissen. „Und schon an unserem Stand auf dem Mendener Weihnachtsmarkt am 4. und 5. Dezember haben wir über 1600 Euro eingenommen“, freut sich die stellvertretende Schulleiterin.
Gebraucht wird das Geld zunächst für einen großen Kühlschrank. Der kostet 3500 Euro. „Viele Kinder leiden an Calcium-Mangel. Milchprodukte würden da Vorsorge treffen. Aber die müssen gekühlt werden“, erklärt Ingrid Betgen.
2008 haben die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel die Trägerschaft für die Aldea übernommen. Als im Vorfeld eine Leitung gesucht wurde, hatte Provinzoberin Schwester Pia Elisabeth Hellrung die leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Einrichtungen und Diensten in Deutschland gefragt, ob jemand an dieser Aufgabe interessiert sei. Darauf hatte sich Petra Sadura gemeldet. Sie leitete bis dahin die Tagespflege Haus Elisabeth in Geseke. Zusammen mit ihrer Familie siedelte sie vor zwei Jahren nach Bolivien über.
Wilhelm Kotthoff imponiert die Arbeit, die sie dort mit ihrem Team leistet. Er war selbst in einem der Gefängnisse, aus denen die Kinder geholt werden. „Da die Strafgefangenen dort nicht versorgt werden, ziehen die Partner und Kinder als Freigänger mit ein. Es ist schon bitter zu sehen, unter welch ärmlichen Bedingungen die Familien dort auf engstem Raum leben.“
Jetzt interessieren sich auch die Schüler des Placida-Viel- Berufskollegs für die Schicksale dort. „Sie haben auch schon zahlreiche Taschenrechner und Schuhe gesammelt. Die werden dort ebenfalls benötigt“, ist Ingrid Betken gerührt. „Das zeigt, dass wir mit einer solchen Partnerschaft wahrscheinlich einiges bewegen können.“
Weitere Informationen unter Tel.: 02373/9311-0.







