Aktuelle Ausgabe
2012-20

In Warburg trafen sich die Pfarrgemeinderäte der beiden Gemeinden zum „Stadtgespräch“

Aus zwei Gemeinden eine Stadtkirche

Zwei Gemeinden an einem Tisch: Die Pfarrgemeinderäte der Warburger Alt- und Neustadt mit ihren Vorsitzenden Winfried Brösch und Dieter Scholz (vordere Reihe, 1. und 2. von rechts) setzten sich zusammen, um gemeinsam ihre Zukunft zu planen. Foto: Wamers

Warburg. Die Pfarrgemeinden der Stadt Warburg wollen künftig eine stärkere Einheit bilden. Ein gemeinsames Treffen der Räte setzte den Anfang.  

von Sandra Wamers 

Seit den Zeiten Karls des Großen an der Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert gibt es im Warburger Land Menschen, die sich zum Christentum bekennen. Dies belegen archäologische Funde. Die Seelsorge war zunächst an die Kirchspiele St. Petri und die Andreas-Kirche an der Burg gebunden. Die erste größere Kirche war das Gotteshaus „Maria im Weinberg“, das später vom Dominikaner-Orden genutzt wurde. Im 13. Jahrhundert erbauten die Neustädter und die Gläubigen in der Altstadt dann ihre Kirchen unter den Patronaten St. Johannes Baptist und Mariä Heimsuchung. In beiden Pfarreien durchlebten seither die Warburger Christen die Höhen und Tiefen ihrer Geschichte. 

Seit der Jahrtausendwende arbeiten die Seelsorger beider Gemeinden zusammen. Jetzt setzten sich die Pfarrgemeinderäte der beiden Warburger Gemeinden an einen Tisch, um ihren gemeinsamen Weg in die Zukunft abzustecken. „Unser Treffen hat fast historische Dimensionen“, schmunzelte Neustadt-Pfarrer Heinz Eickhoff in Anspielung an über die Jahrhunderte gewachsene Parteilichkeiten. Als „Stadtgespräch“ war das Treffen überschrieben worden. 

Ein Titel, der Signalwirkung haben soll. Denn angesichts schwindender Gottesdienstbesucherzahlen, des Priestermangels und der Kooperation in immer größer werdenden pastoralen Einheiten sei es mehr als angezeigt, dass sich die beiden Pfarreien als eine christliche Gemeinde in Warburg begreifen. Darin waren sich die Räte einig. „Wir wollen das Bewusstsein stärken, uns als Katholiken einer Stadt zu begreifen“, formulierte Dieter Scholz, Vorsitzender des Neustädter Gremiums. Es werde sich in den kommenden Jahren im kirchlichen Leben einiges verändern. Diesem Wandel wolle man kreativ gestalten, nicht rein passiv erwarten, um allein von mal zu mal entsprechend zu reagieren. Es gelte für die Zukunft, einzelne Angebote der beiden Gemeinden und die Ressourcen zu bündeln. „Die Zahl der Christen in Warburg geht zurück, mit ihr auch die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter“, so Winfried Brösch, Vorsitzender des Altstädter Pfarrgemeinderates. Deshalb müssten sich die Gemeinden in ihren Aktivitäten abstimmen und ergänzen.

Vereinbart wurden regelmäßige Treffen und Absprachen auf Vorstandsebene. „Das Stadtgespräch ist auch ein Signal an die Dörfer, die mit den Kernstadtgemeinden den Pastoralverbund bilden“, bemerkten die PGR-Vorstände. In zwei Jahren werden die Pastoralverbünde „Warburg – Stadt und Land“ und Egge-Börde-Diemeltal zu einem verschmelzen. Das „Stadtgespräch“ wollte ein Anfang sein, diese Zukunft zu gestalten. 


19.05.2012
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