Caritas Unna berät Migranten und hilft bei der Integration
Auf zu neuen Ufern
Unna. Migration hat viele Gesichter. Menschen kommen in ein Land, um eine neue Heimat zu finden oder machen dort nur einen Zwischenstopp, andere wollen in ihre „alte Heimat“, da wo ihre Wurzeln sind, zurückkehren. Die Caritas Unna ist Anlaufstelle für Ein- und Auswanderer. Die Mitarbeiter im Fachbereich Integration und Migration beraten, vermitteln Netzwerke, helfen bei Formalitäten und vielem mehr.
von Elisabeth Plamper
Der erste Schritt in die neue Heimat ist getan. „Viele Neuzuwanderer sind dem Berg der Formulare nicht gewachsen“, weiß der Abteilungsleiter für beratende Dienste, Ralf Plogmann. „Beratung ist in diesen Fällen besonders wichtig, gerade um von Beginn an in der neuen Heimat ein menschenwürdiges Leben führen zu können.“ So stehen die sozialraumorientierte Integration, der kulturelle und religiöse Dialog und Hilfe, sich dem neuen Land zu öffnen im Mittelpunkt. „Ziel ist, erwachsene Zuwanderer in ihrem Integrationsprozess gezielt und praxisnah zu begleiten.“
Die Arbeit des Jugendmigrationsdienstes ist eine solche Integrationshilfe, die sozialpädagogische Begleitung der jungen Menschen unterstützt bei Fragen und Entscheidungen in dem fremden Land. Chancengleichheit und Partizipation junger Migranten in allen Bereichen des sozialen, kulturellen und politischen Umfelds stehen dabei besonders im Focus. „Unsere Angebote richten sich neben neu zugewanderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch an junge Menschen mit Migrationshintergrund, die bereits längere Zeit in Deutschland leben und eine Förderung benötigen“, erklärt Plogmann. Begleitet werden jungen Menschen bis zu einem Alter von 27 Jahren.
Aber auch Zugewanderte, die bereits länger als drei Jahre in Deutschland sind, können bei der Caritas Hilfe bekommen. Ziel der sogenannten Integrationsagentur ist es, durch unterstützende Maßnahmen und Projekte die einheimische Gesellschaft und die Migranten dazu zu bewegen, aufeinander zuzugehen. „Dazu zählt auch das Bürgerschaftliche Engagement von und für Migranten“, betont Plogmann.
Ein besonderes Angebot ist zudem die Hilfe im Bereich der temporären Integration. Menschen mit einem nicht dauerhaften Aufenthaltsstatus in der Gesellschaft werden ebenfalls von der Caritas begleitet. „Unsere Hauptaufgabe ist es dann, Flüchtlinge, die in Deutschland eingereist sind, um einen Asylantrag zu stellen, zu unterstützen. Zum Beispiel müssen individuelle Bedingungen und Fähigkeiten geklärt oder Sprachkurse vermittelt werden.“ Menschen, deren Aufenthalt in Deutschland gefährdet ist, gehören ebenfalls zu den Hilfesuchenden.
Aber auch Rückkehrer, Aus- und Weiterwanderer finden bei der Caritas kompetente Ansprechpartner. „Nachhaltige Integration stärken – Entscheidungshilfe bei der möglichen Rückkehr von Spätaussiedlern und ihren Familienangehörigen“, war in der jüngsten Vergangenheit das Thema eines bereits abgeschlossenen Modellprojekts des Landes NRW.
Seit einigen Jahren stellen die Fachdienste der Integration und Migration fest, dass die Anfragen von Spätaussiedlern und ihren Familienangehörigen zu einer möglichen Rückwanderung zunehmen.







