Große Jubilarfeier für Ordensschwestern im Bergkloster Bestwig
Auf dem Weg zu den Menschen
Bestwig. 27 Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel feiern in diesem Jahr ihr Ordensjubiläum, ob nun 70-, 65-, 60-, 50- oder 25-jähriges. Die meisten von ihnen kamen deshalb kürzlich im Bergkloster Bestwig zusammen. Unter anderem auch Schwester Gertrud Elisabeth Decker und Schwester Maria Ludwigis Bilo aus Brasilien.
Aus dem Bergkloster ist Sr. Rosaria Maria Wiegel am längsten dabei. Sie trat vor 65 Jahren in die Gemeinschaft ein und war in den 80er-Jahren Generalsekretärin der Ordensleitung im Bergkloster Bestwig. Zu dieser Zeit pflegte sie auch enge Kontakte zu der Placidagemeinschaft. In der engagieren sich Frauen und Männer, die sich der Ordensgemeinschaft spirituell verbunden fühlen.
Generaloberin Schwester Aloisia Höing dankte ihr und allen anderen Ordensfrauen für ihr jahrzehntelanges Engagement und verwies auf das kürzlich vom Papst eröffnete Paulusjahr: „Sie sind, wie Paulus und auch unsere Ordensgründerin Maria Magdalena Postel, auf dem Weg zu den Menschen. Auf dem Weg der Verkündigung.“
Schwester Gertrud Elisabeth Decker und Schwester Maria Ludwigis Bilo hatten für den Festtag in Bestwig die längste Anreise auf sich genommen. Beide gehören der Gemeinschaft bereits seit 60 Jahren an. Schwester Gertrud Elisabeth war fast zwei Jahrzehnte lang Provinzoberin der Ordensprovinz in Brasilien. Sie stammt aus Herzebocholt im Kreis Borken und verbringt jetzt ihren Lebensabend im brasilianischen Leme. Schwester Maria Ludwigis Bilo feiert 2008 gleich drei Jubiläen: Die aus Seelbach an der Lahn stammende Ordensfrau trat vor 60 Jahren in den Orden ein. Seit 50 Jahren ist sie in Brasilien tätig. Und seit 40 Jahren leitet sie in Leme eine Kindercreche, die heute jeden Tag von 6 bis 18 Uhr 236 Kinder betreut. Aber längst kümmert sich die Creche nicht nur um Kinder: Sr. Maria Ludwigis hat dafür gesorgt, dass es für Jugendliche Computerkurse gibt – oder dass Väter Maurerkurse besuchen, um sich und ihren Familien ein neues Zuhause zu schaffen. Möglich werden
diese Initiativen durch Spenden aus Deutschland.
Schwester Theresia Maria Kösters gehört zu denen, die die Missionsarbeit der Gemeinschaft seit vielen Jahrzehnten von Deutschland aus unterstützen. Sie ist eine der drei Silberjubilarinnen. Ausgebildet wurde sie als Industriekauffrau. „Aber schon in dieser Zeit hatte ich mich stark in der Katholischen Landjugendbewegung engagiert“, erinnert sie sich. Heute arbeitet sie in der Pastoral in Herzfeld-Lippborg. „Dort fühle ich mich richtig wohl“, unterstreicht die 55-Jährige: „Einerseits wissen wir uns in dem kleinen Konvent mit drei Schwestern gegenseitig getragen. Andererseits haben wir auch unsere Freiheiten, die ich für mein Engagement in der Gemeinde brauche.“




