Bewegender Abschied der Vincentinerinnen von Siegen nach 149 Jahren im Dienst am Nächsten
„Angetrieben von der Liebe Gottes“
Siegen. Mit einer heiligen Messe und einem anschließenden Festakt hat das St.-Marien-Krankenhaus Siegen von den vier letzten Vincentinerinnen in Siegen Abschied genommen. Nach 149 Jahren haben die „Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vincenz von Paul“ zu Paderborn damit ihre Tätigkeit im St.-Marien-Krankenhaus Siegen beendet.
Die Verbindung zu Siegen und den kranken und pflegebedürftigen Menschen fällt mit der Krankenhausgründung zusammen: Denn seit Eröffnung des St.-Marien-Krankenhauses im Jahr 1861 leisteten die Vincentinerinnen aus dem Mutterhaus in Paderborn dort ihren Dienst am Nächsten.
„Den Schwestern ist es zu verdanken, dass während ihres Wirkens der christliche Gedanke auf den Fluren des Krankenhauses nicht nur deutlich sichtbar, sondern auch stets spürbar war“, würdigte Weihbischof Hubert Berenbrinker in seiner Predigt das Wirken der Schwestern. „Mit den Kranken unter einem Dach verbrachten sie viel Zeit und legten durch ihr Dasein Zeugnis ab: Es gibt mehr als das irdische Leben– Gott und den Himmel. Ihr Vermächtnis ist der Dienst aus Liebe zu Gott und den Menschen.“
In persönlichen Worten erinnerte Pfarrer Wolfgang Winkelmann daran, dass die Vincentinerinnen Dankbarkeit und Sympathien vieler Patienten und Mitarbeiter gewonnen hätten. Aber auch außerhalb des St.-Marien-Krankenhauses lebten sie ihren Glauben aktiv in der Pfarrgemeinde. Generaloberin Schwester Cäcilie Müller bedankte sich seitens des Paderborner Ordens und betonte das freundschaftliche Verhältnis, dass über fast eineinhalb Jahrhunderte die Zusammenarbeit prägte.
„Die Schwestern werden eine Lücke hinterlassen. Die Verbindung mag zu Ende gehen, es bleibt die Verbundenheit“, war sich Bruno Sting, Vorsitzender des Verwaltungsrats des St.-Marien-Krankenhauses Siegen sicher. Er erinnerte daran, dass neben der Tat insbesondere das Gebet sich segensreich auf das Krankenhaus ausgewirkt habe. Für die Bürger der Region bedankte sich der stellvertretende Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein, Jürgen Althaus: „Getragen und angetrieben von der Liebe Gottes zu uns Menschen haben Sie sich für die Ärmsten und Schwächsten eingesetzt.“
Ein sehr bewegter Prof. Dr. Peter Schuster bedankte sich danach für die Ärzteschaft und zitierte dabei Pfarrer Wilhelm Ochse, der wegen seiner kritischen Haltung gegenüber dem Nazi-Regime für einige Zeit inhaftiert war: „Seid gut und man wird euch glauben.“ Worte des Danks für die Mitarbeiter des Krankenhauses brachte dann Pflegedirektorin Juliane Schneider zum Ausdruck. Am Ende des Festakts stimmten die geladenen Gäste und Mitarbeiter zum Abschied ein irisches Segenslied an und nahmen einzeln Abschied von „ihren“ Schwestern, von Schwester Luciosa, Schwester Albita, Schwester Berthilde und Schwester Reinharda. Die Ordensschwestern verlassen Siegen in Richtung ihrer Altersruhesitze in Bad Lippspringe und in Rüthen.




