Aktuelle Ausgabe
2012-20

Renovabis startet Schul-Projekt zur Wende in Osteuropa vor 20 Jahren

An Vorurteilen rütteln

Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 10 mit Renovabis-Vertreter Jürgen-August Schreiber (hinten l.), Rektor Michael Boine (2. v. r.), Lehrerinnen und Projektleiter Gerd Felder (r.). Foto: Piela

Dortmund. Mit großem Engagement beteiligen sich Schülerinnen und Schüler der 8. und 10. Klassen der Dortmunder Theodor-Heuss-Realschule an einem Projekt zum Thema: „20 Jahre Wende. Der Osten Europas und wir“. Renovabis, das katholische Osteuropa-Hilfswerk, möchte mit diesem bundesweit stattfindenden Schulprojekt den jungen Menschen Osteuropa ins Bewusstsein bringen und „gehörig an einem Bild rütteln“, das stark mit Vorurteilen behaftet sei, so Jürgen-August Schreiber von Renovabis.

von Ingrid Piela

20 Jahre nach den Montagsdemonstrationen in Leipzig, fand in Dortmund-Eving die Auftaktveranstaltung statt. Zeitgleich startete in Bonn sowie im brandenburgischen Stift Neuzelle die Unterrichtsarbeit. Bis Ende November steht das Thema Osteuropa auf dem Stundenplan der Jugendlichen, die oft einen persönlichen Bezug zum Thema haben, da ihre Eltern oder Großeltern oder sogar sie selbst dort ihre Wurzeln haben.
Wie kommt Osteuropa in der Öffentlichkeit vor? Welche Vorurteile über Sinti und Roma, Prostitution, Armut und Krieg kommen in den Medien vor und wie gehen diese mit Klischees um? Die Jugendlichen werten eine Zeitung aus, führen Straßenbefragungen durch und treffen sich mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft. Mit Berichten und Gedichten, aus Reportagen und Fotos erstellen sie als Endprodukt ein ganz besonderes und persönlich gestaltetes Buch. „Für die Schüler geht es um viel mehr, als nur Schulstoff zu lernen, es hat auch mit ihrem Leben zu tun“, so Theologe und Journalist Gerd Felder, der das Projekt im Auftrag von Renovabis leitet.
Große Unterstützung findet der Projektleiter beim Rektor der Theodor-Heuss-Realschule, Michael Boine, sowie den Lehrerinnen und Lehrern der Fächer katholische und evangelische Religion, Deutsch, Geschichte, Politik, Sozialwissenschaften und Kunst. Michael Boine: „Unsere Schule ist eine internationale Schule. Viele Schüler kommen aus dem Osten Europas. Ich freue mich, dass sie sich auf dieses Wagnis einlassen.“ Auch im Kollegium sei man sich einig gewesen: „Dies ist ein Thema für uns.“ Lehrerin Claudia Knuth findet es wichtig und interessant, gerade auch für sie als Zeitzeugin der Wende.


19.05.2012
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