Jugendhaus Hardehausen zieht Bilanz der vergangenen 15 Jahre
Am Puls der Jugend
Hardehausen. Es ist die Chronik einer wackeren Ära, die Bilanz von 15 Jahren Arbeit im Jugendhaus Hardehausen: 255 Seiten sind mit den Aktionen, Konzepten und Taten gefüllt. Die jüngste Chronik erscheint jetzt, bevor die Ära von Meinolf Wacker zu Ende geht. Im September wird der Leiter die katholische Jugendbildungsstätte verlassen.
Der Blick führt zurück. Mai anno 1992: Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt fragt den damals 32-jährigen Pastor Meinolf Wacker, ob er die Leitung des Jugendhaus Hardehausen übernehmen will. Wacker zögert nicht und sagt: „Ja – fünf Jahre bleibe ich.“ Das Jugendhaus ist bekannt, eine Institution der Jugendpastoralen. Aus fünf sind für Meinolf Wacker letztlich 16 Jahre geworden, in denen er die katholische Bildungseinrichtung geleitet hat. Eine lange Zeit mit vielen Veränderungen, die jetzt dokumentiert werden.
„Der Rektorenwechsel, die Umstrukturierungen der Dekanate von 40 auf 19 und der Beitrag zur Evaluation der Jugendbildungsarbeit, das waren unsere Gründe diese Chronik zu schreiben“, erklärt Wacker. Seine Co-Autoren sind Dr. Georg Pahlke und Johannes Thomas – die Führungsriege des einzigen Jugendhauses in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn, das seit vergangenen Jahr den Namenszusatz „Kardinal-Degenhardt-Haus“ trägt. Die Chronik, die Wacker augenzwinkernd als „Rechenschaftsbericht“ bezeichnet, spiegelt die pädagogische Angebotspalette wider: Vom Jugendbauernhof über die Orientierungstage bis hin zu der internationalen Arbeit. Letztere wird auf über 50 Seiten ausgeführt: Polen, Tschechien, Ruanda, Rumänien und natürlich immer wieder Bosnien. „Wir leben in einer globalisierten Welt, deshalb haben wir uns auch international ausgerichtet“, betont der Jugendseelsorger. „Der Blick ruht auf Europa, fernab des Tourismus.“ In Zahlen bedeutet das: 400 junge Menschen haben in über 20 Camps in Bosnien ehrenamtlich gearbeitet. Monatlich verkehren 1500 Kärtchen in 47 Ländern auf allen Kontinenten zum Thema „Jesus beim Wort genommen“. Absender der Kärtchen: Das Jugendhaus im idyllischen Klostergrund.
Dort engagiert sich ebenfalls ein siebenköpfiges Ehrenamts-Team für eine gerechtere Welt durch die „Eine-Welt-Arbeit“. Das sind sieben von rund 100 Ehrenamtlern, die ständig im Jugendhaus arbeiten. „Dabei sind es nicht immer die gleichen Leute. Vor allem junge Menschen kommen und engagieren sich kurzfristig“, sagt Wacker. Ob lang oder kurz: Was zählt ist das Engagement.
In seiner Amtszeit haben 151 Praktikanten im Jugendhaus erste Berufserfahrung gesammelt. „Seit 2006 bilden wir auch wieder aus“, erzählt Geschäftsführer Johannes Thomas. Zwei Köche lernen derzeit in der Großküche. Das sechsköpfige pädagogische Team sucht immer neue Zugänge, um mit den Jugendlichen über Glaubensfragen zu sprechen. Ein Portal öffnet sich über die Musik: „Liederfest oder Go(o)d music“, zählt Georg Pahlke, stellvertretender Jugendhaus-Leiter, auf. Ein Höhepunkt ist die Jugendkulturwoche „AusdruckXstark“. Seit zehn Jahren stellen Jugendliche ein abendfüllendes Programm auf die Beine und bedienen sich verschiedenster Kulturtechniken: Comedy, Gesang, Schauspiel, Artistik.
Das Team fühlt den Puls der Jugend. Das kommt an, wie die Zahlen beweisen: Zu Beginn von Meinolf Wackers Amtszeit 1992 haben rund 14000 Menschen an Kursen im Jugendhaus Hardehausen teilgenommen. Im vergangenen Geschäftsjahr waren es bereits rund 16700. Einen positiven Trend gibt es auch bei den Gästezahlen: 1992 haben 35600 Menschen in der Jugendbildungseinrichtung übernachtet. 2007 wurden 43100 Übernachtungen gebucht. „Im vergangenen Jahr haben wir die Höchstzahl erreicht, wir sind wirklich super gut ausgelastet“, bilanziert Geschäftsführer Johannes Thomas vom Jugendhaus Hardehausen freudig: „Mehr geht nicht.“
Das Leben und Arbeiten im Jugendhaus ist bunt und vielfältig wie die Chronik. „Es ist für die Nachkommen, um zu zeigen, was wir gemacht haben“, so Wacker. Die Chronik ist im Jugendhaus erhältlich (Tel.
0 56 42 / 60 09-0).
Sandra Wamers







