Aktuelle Ausgabe
2012-20

In Beverungen Seniorennetzwerk gegründet

Aktive Senioren

Die Aktiven im Beverunger Seniorenbüro: Serge Oldenbourg, Barbara Schütze, Dr. Hans Henning Kubusch.Foto: Schleyer

Beverungen. Seit zwei Monaten residiert das Beverunger Seniorenbüro im alten Pfarrhaus an der Weserstraße. Täglich von zehn bis zwölf Uhr hat das Büro geöffnet.  

von Richard Schleyer 

Noch hält sich der Ansturm im Beverunger Seniorenbüro in Grenzen. Aber Dr. Hans-Henning Kubusch und seine Mitstreiter vom „Beverunger Seniorennetzwerk“, dem Trägerverein des Seniorenbüros, sind fest gewillt, ihre Zentrale zur Anlauf- und Umschlagstelle für die Seniorenaktivitäten in ihrer Stadt zu entwickeln. Sie wollen alle Vereine, Gruppierungen, Verbände und Institutionen, die Senioren-Angebote vorhalten, an einen Tisch holen und deren Aktivitäten vernetzen. 

Pfarrgemeinden, Caritas und Vereine würden sich schon sehr in der Seniorenarbeit engagieren. „Da brauchen wir vom Seniorenbüro das Rad nicht neu erfinden.“, betont Dr. Kubusch, der als Hausarzt 25 Jahre in Beverungen praktizierte und die Menschen dort kennt. „Aber wir können darin unterstützen, dass die bestehenden Angebote besser bekannt und genutzt werden.“ Oft bestünden Schwellenängste, Einladungen von Vereinen oder Pfarrgruppen anzunehmen. „Da bin ich doch nicht Mitglied“ oder „Da kenn ich keinen“, lauten die Gründe, solche Aktivitäten trotz grundsätzlichen Interesses nicht zu nutzen. „Wir können da als neutrale Vermittler auftreten, um Angebot und Nachfrage besser zusammenzubringen!“

Serge Oldenbourg, der Schatzmeister des Seniorennetzwerkes, kann ein gutes Beispiel anführen. Die Volkshochschule bietet in Beverungen seit einiger Zeit Senioren-Computerkurse an. Doch die kamen nicht so recht an, wie eine Umfrage unter potenziellen Nutzer ergab. Den einen ging alles zu schnell voran, den anderen zu langsam. Nun lud das Seniorennetzwerk 22 mögliche Interessenten zu einem Vor-Informationstreffen in den neutralen Räumen der Stadthalle ein. Das Ergebnis: Ab sofort ist der Senioren-Computerkurs dreigeteilt. Einer Gruppe werden erste Grundkenntnisse vermittelt, wie beispielsweise ein Computer überhaupt eingeschaltet wird. Eine zweite Gruppe übt Texterfassung im Word-Programm, während die für Fortgeschrittene Tabellen im Excelprogramm erstellen lernt.

Die nächste Aktion: Über die Schulen will das Seniorennetzwerk Jugendliche gewinnen, die Senioren für technische Hilfsdienste zu Verfügung stehen. Wenn sie sich etwa mit der Fernbedienung des neuen Fernsehers nicht auskennen, vergessen haben, wie ihr Handy funktioniert oder den Drucker nicht an den Computer anschließen können. Serge Oldenbourg: „Die jungen Leute sind da fit und haben ihren Spaß damit, Älteren etwas erklären zu können.“ 

In seiner kurzen Geschichte können das Seniorenbüro und sein rühriger Trägerverein noch mehr Erfolge verbuchen. Dr. Kubusch ist sich sicher: „Wir haben das Ohr am Puls des Volkes! Davon profitiert auch die Stadt.“ So klagten ihm Senioren, sie würden Kulturveranstaltungen nicht mehr besuchen, weil die Akustik in der Stadthalle schlecht sei. Ein Fachmann fand für die Stadt heraus, dass nur auf manchen Plätzen ein Schall-Problem besteht, weil dort das Echo von der Decke nicht zurückkommt. Eine Akustikbrücke und besonders reservierte Plätze schaffen nun Abhilfe. 

Derzeit sind Aktive des Seniorennetzwerkes dabei, einen Katalog zu entwerfen, nach dem sich Beverunger Geschäfte das Prädikat „seniorenfreundlicher Betrieb“ erwerben können. „Das sind ganz einfache Anforderungen die jeder Inhaber erfüllen kann, auf die er aber meist nicht von alleine kommt. Beispielsweise, dass im Geschäft Sitzgelegenheiten für Ältere vorhanden sind oder dass diese die Toilette benützen dürfen. Oder dass Waren gegen ein Entgelt auch nach Hause geliefert werden und alle relevanten Preisangaben an den Waren so groß geschrieben sind, dass auch Ältere keine Lupe brauchen, um sie entziffern zu können.

Die Räume für das Beverunger Seniorenbüro stellt die katholische Pfarrgemeinde unentgeltlich zu Verfügung, Sachkosten übernimmt die Stadt. Die inhaltliche Arbeit aber tragen die derzeit 18 Mitglieder des Vereins alleine. Der Vorsitzende Dr. Kubusch. rechnet fest damit, noch weitere Mithelfer zu aktivieren. Begeistert verweist er etwa auf die Freizeitgruppe der „Wochenendfahrer“, die sich gebildet hat. An die zwölf Senioren, überwiegend Witwen, verabreden sich regelmäßig, um gemeinsame Ausflüge, Museums- und Konzerbesuche zu unternehmen. „Wer im Alter aktiv bleibt, wird nicht so schnell hinfällig!“, betont der Arzt im Ruhestand. Da künftig die Überalterung noch zunehme, werde dem Seniorennetzwerk und seiner Zentrale eine wichtige Funktion zuwachsen. 

Info

Adresse: Seniorenbüro, Weserstr. 22, 37688 Beverungen

www.beverungen-seniorennetzwerk.de

Telefon 052 73 / 36 46 81

 


19.05.2012
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