Wie in der Pfarrgemeinde Etteln die alten Krippenfiguren vom Sakristeidachboden neu zu Ehren kamen
Adventsaktion mit einer alten Krippe
Borchen-Etteln. Das Aufräumen eines alten Sakristeidachbodens birgt so manche Überraschungen in sich. Dies erfuhren Pfarrgemeinderatsvorsitzender Johannes Kurte und Küsterin Annakleta Bickmann aus der Pfarrgemeinde St. Simon und Judas Thaddäus in Etteln.
In der äußersten Ecke eines alten Schrankes fanden die beiden eine Marienfigur, die aber völlig verdreckt und demoliert aussah. Nach genauerem Hinsehen und Durchstöbern des Schrankes kamen immer mehr Figuren zum Vorschein. Auch sie sahen nicht besser aus. An den Figuren fehlten oft Nase, Ohren, Hände, Finger und bei einer Hirtenfigur sah es besonders schlimm aus, ihr fehlte der Kopf. Bei dem überraschenden Fund handelte es sich ganz klar um Krippenfiguren. Jede Figur war ein Unikat, etwa 50 bis 80 Zentimeter groß, eine Farbe war oft nicht mehr erkennbar. Das große Kamel wog etwa 50 Kilogramm.
Johannes Kurte machte sich daran, die Geschichte dieser alten Krippe zu recherchieren. Er sammelte Mosaikstein für Mosaikstein. Bis 1956 zierten die großen Figuren die Ettelner Krippe. Der damalige Pfarrer der Gemeinde, Friedrich Strugholz, empfand die Krippe als wenig kostbar und wertvoll und erwarb 1957 Figuren aus Oberammergau. Die alte Krippe hatte also ausgedient und wurde ab 1957 nicht mehr in der gerade erweiterten Ettelner Pfarrkirche ausgestellt.
Die alten Figuren sollten entsorgt werden, doch der damalige Küster brachte sie auf den Sakristeiboden und verstaute sie in der hintersten Ecke.
Die Küsterin und der Pfarrgemeindevorsitzende konnten trotz des desolaten Zustandes der Krippe erahnen, dass hinter jeder einzelnen Figur eine besondere Schönheit steckt. Für aufwendige Restaurationsarbeiten fehlt es in der Ettelner Gemeinde aber an Geld. Da Johannes Kurte gleichzeitig Träger und Leiter einer Paderborner Jugendhilfeeinrichtung, dem Vincenz-Haus, ist, kam ihn eine gute Idee.
Er konzipierte mit seinen Jugendlichen ein Projekt. Es lautet: „Mit jugendlichen Elan auf den Spuren unserer Urgroßväter.“ Die künstlerisch versierte Mitarbeiterin Verena Schumacher besprach sich mit Fachleuten und so wurden entsprechendes Werkzeug, Modelliermasse und Farben besorgt.
Seit September dieses Jahres arbeitete Verena Schumacher im Zusammenspiel mit den Bewohnern der Jugendwohngemeinschaften an der Restaurierung der Figuren. Zuerst erfuhren die Figuren eine gründliche Reinigung, dann wurde nach fehlenden Teilen geschaut und die Ursprungsfarben wurden erforscht, bis es an die künstlerische Arbeit ging. Bis auf die Heiligen Drei Könige mit ihrem stattlichen Kamel erstrahlen alle Krippenfiguren in neuem Glanz.
Alle Tiere und Hirten der Krippe wurden den Gläubigen der Ettelner Gemeinde zum ersten Advent in der Vorabendmesse vorgestellt.
Der Ettelner Pfarrgemeinderat möchte während der diesjährigen Advents- und Weihnachtszeit die alte Krippe besonders in den Mittelpunkt allen Geschehens setzen. Am Samstag, dem 10. Dezember werden Maria und Josef in der Vorabendmesse vorgestellt. Nach den Messen werden die Krippenfiguren in der Lucia-Kapelle aufgebaut und können dort täglich besichtigt werden. Das Jesuskind wird am Heiligen Abend um 16 Uhr während des Familiengottesdienstes in der Pfarrkirche zu sehen sein. Anschließend wird es von Ettelner Kindern zur Lucia-Kapelle geleitet.
Komplett wird das Krippenensemble am 6. Januar zu bewundern sein. In einer Krippenfeier werden die Könige dazukommen. Anschließend ist die Gemeinde eingeladen.







